Die Manns - Ein Jahrhundertroman

Die Manns - Ein Jahrhundertroman (3) - 1942 bis 1955

Beschreibung
1942 bis 1955: Die Manns, Thomas und Katia sowie Bruder Heinrich und seine unglückliche Frau Nelly, leben im kalifornischen Exil. Das Interesse Amerikas an dem prominentesten Vertreter des 'anderen Deutschland' ist ungebrochen. Vor großem Publikum hält er Reden gegen den Faschismus.

Heinrich und seine Frau Nelly hängen finanziell weitgehend von Thomas Mann ab - für den älteren Bruder, dem in den USA kein Erfolg beschieden ist, ein demütigendes Leben. Nelly betäubt ihren Kummer mit Alkohol. Sie nimmt sich mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. Einsam und verbittert bleibt Heinrich zurück.

Klaus Mann lebt weiterhin in New York. Seine Exilzeitschrift 'Decision' verkauft sich nicht. Nach Abschluss seiner Memoiren 'The Turning Point' bewirbt er sich bei der Army - ein letzter Fluchtweg aus der persönlichen Misere. Nach einer Ausbildung in einem amerikanischen Camp wird er an die Front nach Italien entsandt, wo er Flugblätter für deutsche Soldaten schreibt, Lautsprecherkampagnen im Kriegsgebiet organisiert und deutsche Gefangene verhört.

Seit 1942 arbeitet Thomas Mann an seinem neuen Roman 'Doktor Faustus' - die Geschichte eines Künstlers, der einen Pakt mit dem Teufel schließt. Er bekommt Kraft und Genie für große Schöpfungen und bezahlt dafür mit seiner Seele. Parallelen zum künstlerischen Selbstverständnis Thomas Manns sind unübersehbar. Der von Thomas vergötterte Enkel Frido, der auf seinen Wunsch längere Zeit bei den Großeltern in Pacific Palisades wohnt, wird im 'Dr. Faustus' zum Vorbild für die Figur des 'Echo'. Als Teil des Teufelspaktes lässt Thomas das Kind im Roman jämmerlich zugrunde gehen. Dieser 'Mord' bewirkt in Thomas Mann ein Schuldgefühl, das ihn krank macht.

1945 - Kriegsende. Göring, der prominenteste Gefangene der Alliierten, wird in Salzburg der Auslandspresse vorgeführt. Einer der Reporter vor Ort ist Klaus Mann. Klaus fährt weiter nach München. Die Stadt seiner Kindheit und Jugend liegt in Trümmern; das Elternhaus ist halb zerbombt. Resigniert muss Klaus feststellen, dass es hier keine Heimat mehr für ihn gibt und dass keiner auf die Exilierten gewartet hat.

In Kalifornien ist der 70-jährige Thomas schwer erkrankt. Ein Tumor im rechten Lungenflügel. Es gelingt die risikoreiche Krebsoperation. Thomas' unbedingter Wille, 'Doktor Faustus' zu beenden, trägt zur raschen Genesung bei.

Nach Kriegsende sind Erikas 'lecture tours' nicht mehr gefragt. Sie entschließt sich, zur Assistentin, Beraterin und Begleiterin des Vaters zu werden. Doch mit einem Leben im Schatten des Vaters kann sie sich innerlich nicht abfinden. 1949 bricht Thomas Mann zu seiner ersten Europareise nach dem Krieg auf. Dabei besucht er auch Deutschland. Klaus nimmt sich nach einer Reihe bereits missglückter Selbstmordversuche in Cannes das Leben. - (NDR)

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